Steinabbau bestimmt die Geschichte

Der erste Naturpark in NRW

Das rechtsrheinische, südöstlich von Bonn im Bereich der Städte Königswinter und Bad Honnef gelegene Siebengebirge besteht aus mehr als 40 Bergen und Kuppen vulkanischen  Ursprungs, deren widerstandsfähigere Gesteine im Laufe der Jahrmillionen durch Verwitterung und Abtragung freigelegt wurden.

 

Steinbrüche am Drachenfels und an der Wolkenburg zu beginn des 19. Jahrhunderts

Die vielfältigen Gesteine des Siebengebirges wurden rund 2000 Jahre genutzt, erstmals im 1. Jh.v. Chr. bei der Anlage eines keltischen Ringwalls auf dem Petersberg. Die Römer nutzten den Drachenfels-Trachyt, ebenso die Kölner Dombauhütte von etwa 1250 – 1550. An zahlreichen Kirchen (u.a. Köln, Aachen, Bonn, Limburg, Neuß, Xanten) findet man Siebengebirgsgestein; ebenfalls an den Barockschlössern Bonn, Brühl und Bensberg. Der Stenzelberg diente im Mittelalter bereits für den Bau der Abtei Heisterbach. Die Ofenkaulen zeugen vom Abbau des Tuffgesteins für den Bau von Backöfen bis hin nach Westfalen, Holland, Belgien und Frankreich. Großflächig schlug der Basaltabbau im 19. Jh. für Festungsbauten, Uferbefestigungen, Eisenbahn- und Straßenschotter Wunden in die Siebengebirgslandschaft.

Die Rheinromantik des 19. Jahrhunderts erkannte den Wert der Landschaft und trug mit dazu bei, dass sich der Verschönerungsverein Siebengebirge (VVS) im Jahre 1869 gründete. Dieser Verein - heute Träger des Naturparks Siebengebirge - bewirkte die  Erschließung des Siebengebirges für die im 19.Jh. in großen Scharen ankommenden Rheinreisenden sowie die Einstellung des Steinbruchbetriebs. Der preußische Staat genehmigte dem VVS in den Jahren 1899 und 1902 Lotterien, mit deren Einnahmen der VVS große Flächen des Siebengebirges erwerben konnte. 1922 führte die erfolgreiche Arbeit des VVS zur Anerkennung des Siebengebirges als eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands. 1958 erhielt es den Status eines Naturparks und wurde 1971 erstmals mit dem Europadiplom ausgezeichnet, einer Auszeichnung, die bisher sieben Mal, zuletzt bis 2011, verlängert wurde. Die Fläche des Naturparks wurde 2007 um 5500 ha erweitert.

  Naturpark Siebengebirge 02.10.10