Ideal zum Wandern
Landschaft und Klima

Für das Siebengebirge ist das milde Klima der Rheinebene bestimmend. Mit seinen guten Waldböden bietet es einen günstigen Standort für eine artenreichen Flora und Fauna. Über 80% des Gebietes sind bewaldet. Dem starken Wechsel der Böden entsprechend weist die Bodenflora eine Anzahl nicht alltäglicher Arten auf. Es ist ein besonderer Genuss, die bunte Kalkflora im zeitigen Frühjahr auf den basischen Standorten zu erleben.

Steinbruch an der Wolkenburg (von Süden aus)

Neben den Wäldern zählen auch die ehemaligen Steinbrüche, die die Natur sich eindrucksvoll zurückerobert hat, die Obstwiesen, Gärten, Felswände und Weinberge sowie die zahlreichen Bäche in den Tälern des Siebengebirges zu den wertvollen Biotopen. Sie werden mit viel Aufwand gepflegt und tragen zur Vielfalt der Landschaft bei.

In den sogenannten „Ofenkaulen“ bei Königswinter wurden früher in großen Höhlen Tuffstein für Backöfen abgebaut. Diese Höhlen sind wichtige Winterquartiere für mehrere Fledermausarten geworden. Für Besucher sind sie jedoch nicht zugänglich, damit die empfindlichen Lebensräume dieser stark gefährdeten Tiere nicht gestört werden.
( nähere Informationen auf den Seiten von Joern Kling)

So ist das Siebengebirge unter den vielen Schönheiten an den Ufern des Rheins in mancher Hinsicht einzigartig. Bedingt durch die geologische Entstehungsgeschichte sind seine steilen Höhen und eingeschnittenen Täler auf engstem Raum zusammengedrängt und von mannigfaltiger Form, ein „Hochgebirge im Kleinen“, das von Alexander von Humboldt einmal überschwänglich als das 8. Weltwunder bezeichnet wurde.

Als Besonderheit ist ein 14 ha großer Kopfbuchenbestand zwischen Rabenlay und Kuckstein anzusehen, der früher der Gewinnung von Rebpfählen diente.

Von den ca. 800 im Siebengebirge vorkommenden Pflanzenarten stehen 50 auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Pflanzen in Nordrhein-Westfalen, z. B. das hier vorkommende Knabenkraut. Auch viele seltene Tierarten (Schwarzspecht, Zippammer u.a.) finden in den Laubwäldern des Siebengebirges noch ein Zuhause.

Das Siebengebirge ist von vielen Wanderwegen erschlossen, die weitgehend für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt sind. Es gibt 200 km Wanderwege und -pfade. Sie führen durch schattige Laubwälder und bieten immer wieder Ausblicke ins Rheintal, auf die Eifel und den Westerwald. Gleichzeitig ist ein Netz von Reitwegen angelegt worden.

Seit 1958 wurden 17 Parkplätze und 28 Rastplätze sowie Feuchtbiotope und ein Waldlehrpfad angelegt. An attraktiven Stellen wurden Schutzhütten errichtet und Bänke aufgestellt. Im ganzen Siebengebirge ermöglichen Streuobstwiesen, Trockenbiotope und ehemalige Steinbruchhalden im Wechsel der Jahreszeiten ein vielfältiges Naturerlebnis.

Der steile Gipfel des Drachenfelsens ist einer der vielbesuchten Aussichtspunkte. Neben Fußwegen führt die elektrisch betriebene Zahnradbahn von Königswinter zur Burgruine hinauf. Besonders für Kinder ist ein Ritt auf einem Esel über den steilen, sogenannten Eselsweg ein Erlebnis.

  Naturpark Siebengebirge 02.10.10