VVS-Geschichte
Justizrat Humbroich –
engagierter Kämpfer zur Rettung des
Siebengebirges
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Nachdem die Königswinterer Steinhauergewerkschaft 1826 den Drachenfels für 800
Taler von der Stadt Königswinter gekauft hatte, begannen rund 250 Arbeiter mit
dem Abbau des Drachenfels, insbesondere zur Fortsetzung des Kölner Dombaus, der
zu diesem Zeitpunkt noch keine Türme hatte. Der Einsturz der Außenmauern der
Burg bewegte die preußische Regierung (Friedrich Wilhelm III.) 1836 dazu, den
Drachenfels für 10.000 Taler von der Steinhauergewerkschaft zu kaufen. Dies war
die erste Großtat eines deutschen Staates auf dem Gebiet des Naturschutzes.
Der Gedanke, die einzigartige Landschaft des Siebengebirges für die Bevölkerung zu erschließen und vor weiterer Zerstörung zu schützen, lag auch der Gründung des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge-VVS im Jahre 1869 zugrunde. Dem damaligen Oberberghauptmann Excellenz von Dechen (1. Vorsitzender des VVS) gelang es mit dem damaligen Regierungspräsidenten Köln von Bernuth viele hochgestellte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft für den VVS zu gewinnen. |
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Die Oberkasseler Steinbrüche |
Der Steinbruch an der Ostseite des Oelbergs |
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Doch ging inzwischen die Zerstörung des Siebengebirges mit Ausnahme des
Drachenfels an vielen Bergen weiter, besonders stark am Oelberg und am
Petersberg. Dies führte mit Unter-stützung von Dechens, der Rücksicht auf die
Behördenvertreter im Vorstand des VVS nehmen musste, 1886 zur Gründung eines
„Vereins zur Rettung des Siebengebirges“ unter Führung des kampfbereiten
Justizrates Humbroich aus Bonn. Dieser nahm in Schriften und alarmierenden
Eingaben an die Regierung den Kampf um die Rettung des Siebengebirges auf. Der
Erfolg stellte sich bald ein, denn der Betrieb in den rheinseitigen Brüchen des
Petersbergs wurde eingestellt.
Nach Erreichen dieses Zieles ging der verdienstvolle und schlagkräftige Verein Humbroichs 1888 wieder im VVS auf. Dem Andenken Humbroichs sind der Aussichtspunkt Humbroichsplatz (mit Plakette) auf Aufgang zum Oelberg und ein Ehrengrab auf dem Friedhof Bonn-Oberkassel gewidmet. Die Stilllegung der weiteren Brüche im Siebengebirge gelang dem VVS bis 1918 durch den Ankauf der privaten Steinbrüche. Die finanziellen Mittel dazu brachten 2 Lotterien, die der Oberpräsident der Rheinprovinz, Bertold von Nasse, für den VVS bei der preußischen Regie-rung in Berlin durchsetzen konnte. Durch diesen Grunderwerb mittels Ankauf konnte der VVS eine weitere Zerstörung der Bergkuppen, insbesondere des Oelbergs verhindern. (KB) |
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