Harmonische Mitgliederversammlung des VVS

 

Eine mit 220 Mitgliedern sehr gut besuchte Mitgliederversammlung hielt der VVS am 27. Januar im Königswinterer Hotel Maritim ab, um nach der Nationalparkentscheidung über neue Pläne zu diskutieren und abzustimmen.

Vorsitzender Herbert Krämer gab zunächst einen kurzen Rückblick auf das 140-jährige Jubiläum des heute 1.720 Mitglieder zählenden VVS, das mit einer Festveranstaltung am 4. Dez. 2009 im Bonner Hotel Königshof und der Herausgabe eines neuen Standardwerks zu allen wesentlichen Themen des Siebengebirges im Dez. 2009 begangen wurde.

Zwei Themen standen sodann im Mittelpunkt der Diskussion:

1. Wo liegen die Schwerpunkte der künftigen Arbeit des VVS?

2. Wie ist es um die künftige Trägerschaft des Naturparks Siebengebirge bestellt?

Herbert Krämer betonte zunächst, dass der VVS sich weiterhin als Treuhänder des Naturschutzes im Siebengebirge sehe und sich gemäß seiner Tradition aktiv in die Entwicklung des Siebengebirges einbringen wolle. Dann überraschte er die Versammlung mit einem neuen „Wildgebiet“-Konzept zum besonderen Schutz der über 120 Jahre alten Buchen- und Eichenwaldbestände, die rund 500 ha der Gesamtfläche des VVS-Besitzes von 850 ha ausmachen. „Wildgebiete“ sind kleinere Lebensräume, im Siebengebirge naturnahe Laubwälder mit Baumaltern von über 120 Jahren, die ohne forstwirtschaftliche Nutzung vollständig der Natur überlassen werden und gleichzeitig der Umweltbildung dienen können.

Entsprechend der Entschließung des Europäischen Parlaments vom 2. Februar 2009, der Prager Erklärung der EU vom Mai 2009 und der nationalen Strategie des Bundes zur biologischen Vielfalt von 2007 wird auch das Land NRW im Rahmen von Wald 2020 sowie NRW Natur 2020 eine Konzeption für alte Waldgebiete in NRW erarbeiten. Dabei soll der VVS mit seinen alten Laubwaldbeständen eine Vorreiterrolle in NRW übernehmen, wie er in Vorverhandlungen mit dem Land bereits abgesprochen hat. Für die aus der Bewirtschaftung genommenen ca. 500 ha Waldfläche wird das Land dem VVS eine noch festzulegende Entschädigung zahlen, die in einem geplanten Pachtvertrag festgelegt wird.

Bei 6 Enthaltungen und keinen Gegenstimmen beauftragte die Mitgliederversammlung Vorstand und Beirat des VVS, Verhandlungen mit dem Land NRW darüber zu führen, ca. 500 ha der VVS-eigenen Waldflächen als Wildgebiete auszuweisen.

Das zweite Kernthema der Versammlung war die Frage der künftigen Trägerschaft des Naturparks Siebengebirge. Bereits lange vor der Nationalparkentscheidung hatte der VVS darauf hingewiesen, dass er sich im Falle der Ablehnung des Nationalparkprojekts nicht in der Lage sehe, die Trägerschaft des Naturparks Siebengebirge allein weiter zu schultern. Herbert Krämer stellte heraus, dass von den 101 deutschen Naturparken der Naturpark Siebengebirge als einziger von einem privaten Verein und ehrenamtlich geführt werde. Die Anforderungen des Gesetzgebers, die gewachsenen Qualitätsanforderungen, vor allem auch die im Bundesnaturschutzgesetz § 27 festgeschriebenen Aufgaben der Förderung eines „nachhaltigen Tourismus“ und der „nachhaltigen Regionalentwicklung“ könne und wolle der VVS sowohl aus seinem Verständnis für den Schutz des Siebengebirges als auch aus finanzieller Sicht nicht mehr alleine tragen. Der VVS wolle sich gerne in die Trägerschaft einbringen, doch sei es zwingend erforderlich, dass der Rhein-Sieg-Kreis, die Städte Bad Honnef, Bonn, Königswinter und Sankt Augustin mit ihrer Planungshoheit Verantwortung für den Naturpark mit übernehmen.

Derzeit zahlen der Rhein-Sieg-Kreis und die Städte Bonn und Königswinter einen freiwilligen Beitrag von jährlich 5000 Euro an den Naturpark Siebengebirge, während der Rhein-Sieg-Kreis als Zweckverbandsmitglied an den linksrheinisch gelegenen Naturpark Rheinland jährlich 60.000 € zahlt.

Bei 4 Enthaltungen und keiner Gegenstimme beauftragte die Mitgliederversammlung den Vorstand des VVS bis spätestens Juni/Juli 2010 mit dem RSK und den Städten Bad Honnef, Bonn, Königswinter und Sankt Augustin Verhandlungen über die Form der zukünftigen Trägerschaft des Naturparks Siebengebirge zu führen.

Zum Abschluss stellte Herbert Krämer noch einmal die Schwerpunkte der künftigen VVS-Arbeit auf seinen Flächen heraus:

  • Arbeit am und für den eigenen Grundbesitz
  • Optimierung des Naturschutzes/ FHH-Gebiet/ Europadiplom
  • Hohes ehrenamtliches Engagement
  • Intensivierte Umweltbildung, u.a. mit einem Jugendcamp Pfingsten 2010
  • Vereinsarbeit mit noch intensiverer Einbindung der Mitglieder
  • Arbeit auf einer soliden finanziellen Basis
  • Trägerschaft des Naturparks gemeinsam mit Kreis und Kommunen

Nachricht vom 02.02.2010
 

  Naturpark Siebengebirge